Multimedia-Show "SINDOLFS TRAUM" - 750 Jahre Sindelfingen

Beim Festwochenende, dem Höhepunkt der 750 Jahrfeier der Stadt Sindelfingen, ist Frank Martin Widmaier für das Konzept, die Inhalte, szenische Realisierung und die Inszenierung der Multimedia - Show SINDOLFS TRAUM verantwortlich.
Hier das Programmheft des Festwochenendes:

Fassung

 

Faszinierende Zeitreise auf dem Sindelfinger Marktplatz: Sindolfs Traum. Bild: Stampe

Faszinierende Zeitreise auf dem Sindelfinger Marktplatz: Sindolfs Traum.

Eine rasende Uhr, der bärtige Alemannen-Stadtgünder Sindolf in Übergröße, Ingrid Balzer als Mechthild, bröckelnde Fassaden, Bäume, durch die ein leichter Wind weht, und selbst die schrecklichen
Hakenkreuze und Bomben: Die Bilder von „Sindolfs Traum“ zum Festwochenende auf dem Sindelfinger Marktplatz wird niemand mehr vergessen.
Wenn die Fenster der Galerie der Stadt bei der Multimedia-Schau aufgehen, herrscht erst einmal Ergriffenheit. Hannelore Volz, die jahrelang auf dem Wochenmarkt Obst und Gemüse verkauft hat,
braucht erst einmal ein paar Minuten, um die Fassung wieder zu gewinnen: „So habe ich meine Stadt noch nie gesehen.“ Leo Bausch, der im September erst in die Schule kommt, findet die Zeitreise durch
die Geschichte „einfach cool“ und Iris Mornhinweg, die sich schon die Hauptprobe am Freitag angeschaut hat, beschließt, nach der Premiere am Samstag auch noch die Schlussaufführung am Sonntagabend
anzuschauen: „Ich bin noch ganz weg.“
Schon seit der Generalprobe am Freitagabend überschlagen sich die Kommentare auf der Facebook-Seite der SZ/BZ. „Wahnsinn, Gänsehautfeeling am Ende“, schreibt Phil Wende. „Genial und absolut
außergewöhnlich“, schreibt Beate Wittkopp. „So was Tolles bei uns in Sindelfingen“, postet Lu Chrisi. „Phantastische Show. Ganz großes Kino“, urteilt Erika Altendorf. „Großartig“, heißt es bei Gerti
Mayer-Vorfelder. Und Deborah Serafin gibt den Tipp: „Leute, geht da hin.“ Das Lob geht quer durch alle Generationen und geht am Sonntag wie ein Lauffeuer durch die Stadt.
Die Rechnung von Frank Martin Widmaier ist aufgegangen. Der künstlerische Leiter des Sindelfinger Festwochenendes wollte Kuchenritt und Zeitspaziergang noch eine Sahnehaube aufsetzen: „Ich möchte
etwas, was lange im Gedächtnis haften bleibt.“ Seine Idee für eine Zeitreise ist im Prinzip ganz einfach gestrickt. Zwei Jugendliche unserer Zeit, Celine und Kilian, lassen sich auf eine Handy-App
ein und landen im Jahr 263 beim Alemannen Sindolf, der den Ort Sindelfingen gründet.
Allein schon die Reise 1750 Jahre zurück ist ein visuelles Abenteuer. Die Zeiger der Uhr am gerade erst frisch gestrichenen Glockenturm des ehemaligen Rathauses rasen zurück, die Fassade der heutigen
Galerie wird von tausend Formen und Farben überzogen. Auf dem Balkon des klassizistischen Gebäudes von 1845 sorgt das Trio Ingo Sika, Lilian Hild und Stefan Siebert für Live-Theater, doch neben,
unter und über ihnen tauchen die Figuren aus der Sindelfinger Geschichte auf.
Kulturamtstechniker Fabian Krause und sein Team mit Thomas Wersal oder Robin Müller programmieren ihre Projektionen, lassen Andreas Loibl als Frankenherrscher, Axel Finkelnburg als Mönch, Ulrich von
der Mülbe als Adalbert der Stifter oder Klaus Philippscheck als Papst auftauchen. In Überlebensgröße, über mehrere Stockwerke. Diesen Platz bekommt natürlich auch Bernd Vöhringer, der in der Rolle
von Rudolf dem Scherer über die Nachbarstadt Böblingen lästert. Oder Ingrid Balzer, die als Mechthild das Sindelfinger Stift verkauft, um in Tübingen eine Universität zu gründen.
Im Sauseschritt geht es durch die Geschichte der Stadt. 263, 513, 1063, auch wenn Sindolf zuweilen Lust auf ein kleines Kämpfchen mit seinen Widersachern verspürt, 1263, 1477. Die Episoden werden
knapp erzählt, sind begleitet von berückenden Bildern und wunderschöner Musik wie von den Chorherren. Den Versuch, das Rad der Geschichte zurückzudrehen, geben Sindolf und seine zwei Begleiter
schnell auf. „Ich kann Euch die Vergangenheit zeigen, aber ändern kann ich sie nicht“, sagt die Stimme des Computers.
1535, die Reformation. Im Glaubensstreit taumeln die Jugendlichen, verfangen sich im Labyrinth der theologischen Auseinandersetzungen, die selbst einen gestandenen Alemannen wie Sindolf sprachlos
machen. Der erste Reiz der bunten Bilder erschöpft sich, aber Frank Martin Widmaier legt den Schalter um.
„Schneller Vorwärtslauf“, das Trio auf dem Balkon lässt die nächsten Episoden wie die Geschichte des verschwenderischen Bürgermeisters Gußmann, die Französische Revolution oder die Geburtsstunde der
Demokratie 1848 in Deutschland an sich vorbeiziehen. Opulente Bilder, technische Feinheiten, aber eben ein Schnelldurchlauf. Das Technik-Team steuert Delikatessen bei: Celine, Kilian und Sindolf
steigen in einen roten Mercedes-Klassiker, fahren über die Fassade, die tatsächlich zur Theaterbühne wird.
„Sindolfs Traum“ klammert Katastrophen nicht aus. Totenstill wird es trotz wahrscheinlich gut zehntausend Menschen auf dem Marktplatz, wenn Hakenkreuze auf der Fassade aufleuchten, Panzer fahren,
Hitler und Goebbels auftauchen, Bomben fallen und Horst Zecha die Namen der Sindelfinger Opfer in der Nazi-Zeit verliest. Sindolf verzweifelt, Frank Martin Widmaier wechselt die Dramaturgie. „Mein
Sindelfingen wird wachsen, mein Sindelfingen wird blühen“, die Aussöhnung mit Frankreich, das Wirtschaftswunder in Deutschland, Arbeitsplätze bei Daimler, Einwanderung. Sindolf wird hellhörig bei
Gastarbeitern aus Italien, denkt an sein Römer-Trauma aus der Alemannenzeit, lässt sich trotzdem auf andere Kulturen ein und will gar nicht mehr zurück ins Jahr 263.
Für die Abschiedsszene auf dem Balkon greift der Regisseur tief in die Kitsch-Trickkiste: Der Alemannen-Stadtgründer zerfließt vor den Jugendlichen, die ihren Sindolf gern in die Jetzt-Zeit mitnehmen
möchten. Tränen gibt es nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Publikum. Das gigantische Schlussbild mit geöffneten Fenstern löst die Spannung. Wenn der junge Schüler Özgür Celik im Film sagt
„Sindelfingen isch meine Heimat“, ist alles wieder gut.
Und hier geht es zum Video von "Sindolfs Traum".
QUELLE: http://www.szbz.de/nachrichten/news-detail/837510.html


Eine rasende Uhr, der bärtige Alemannen-Stadtgünder Sindolf in Übergröße, Ingrid Balzer als Mechthild, bröckelnde Fassaden, Bäume, durch die ein leichter Wind weht, und selbst die schrecklichen Hakenkreuze und Bomben: Die Bilder von „Sindolfs Traum“ zum Festwochenende auf dem Sindelfinger Marktplatz wird niemand mehr vergessen.

Wenn die Fenster der Galerie der Stadt bei der Multimedia-Schau aufgehen, herrscht erst einmal Ergriffenheit. Hannelore Volz, die jahrelang auf dem Wochenmarkt Obst und Gemüse verkauft hat, braucht erst einmal ein paar Minuten, um die Fassung wieder zu gewinnen: „So habe ich meine Stadt noch nie gesehen.“ Leo Bausch, der im September erst in die Schule kommt, findet die Zeitreise durch die Geschichte „einfach cool“ und Iris Mornhinweg, die sich schon die Hauptprobe am Freitag angeschaut hat, beschließt, nach der Premiere am Samstag auch noch die Schlussaufführung am Sonntagabend anzuschauen: „Ich bin noch ganz weg.“
Schon seit der Generalprobe am Freitagabend überschlagen sich die Kommentare auf der Facebook-Seite der SZ/BZ. „Wahnsinn, Gänsehautfeeling am Ende“, schreibt Phil Wende. „Genial und absolut außergewöhnlich“, schreibt Beate Wittkopp. „So was Tolles bei uns in Sindelfingen“, postet Lu Chrisi. „Phantastische Show. Ganz großes Kino“, urteilt Erika Altendorf. „Großartig“, heißt es bei Gerti Mayer-Vorfelder. Und Deborah Serafin gibt den Tipp: „Leute, geht da hin.“ Das Lob geht quer durch alle Generationen und geht am Sonntag wie ein Lauffeuer durch die Stadt.
Die Rechnung von Frank Martin Widmaier ist aufgegangen. Der künstlerische Leiter des Sindelfinger Festwochenendes wollte Kuchenritt und Zeitspaziergang noch eine Sahnehaube aufsetzen: „Ich möchte etwas, was lange im Gedächtnis haften bleibt.“ Seine Idee für eine Zeitreise ist im Prinzip ganz einfach gestrickt. Zwei Jugendliche unserer Zeit, Celine und Kilian, lassen sich auf eine Handy-App ein und landen im Jahr 263 beim Alemannen Sindolf, der den Ort Sindelfingen gründet.
Allein schon die Reise 1750 Jahre zurück ist ein visuelles Abenteuer. Die Zeiger der Uhr am gerade erst frisch gestrichenen Glockenturm des ehemaligen Rathauses rasen zurück, die Fassade der heutigen Galerie wird von tausend Formen und Farben überzogen. Auf dem Balkon des klassizistischen Gebäudes von 1845 sorgt das Trio Ingo Sika, Lilian Hild und Stefan Siebert für Live-Theater, doch neben, unter und über ihnen tauchen die Figuren aus der Sindelfinger Geschichte auf.
Kulturamtstechniker Fabian Krause und sein Team mit Thomas Wersal oder Robin Müller programmieren ihre Projektionen, lassen Andreas Loibl als Frankenherrscher, Axel Finkelnburg als Mönch, Ulrich von der Mülbe als Adalbert der Stifter oder Klaus Philippscheck als Papst auftauchen. In Überlebensgröße, über mehrere Stockwerke. Diesen Platz bekommt natürlich auch Bernd Vöhringer, der in der Rolle von Rudolf dem Scherer über die Nachbarstadt Böblingen lästert. Oder Ingrid Balzer, die als Mechthild das Sindelfinger Stift verkauft, um in Tübingen eine Universität zu gründen.
Im Sauseschritt geht es durch die Geschichte der Stadt. 263, 513, 1063, auch wenn Sindolf zuweilen Lust auf ein kleines Kämpfchen mit seinen Widersachern verspürt, 1263, 1477. Die Episoden werden knapp erzählt, sind begleitet von berückenden Bildern und wunderschöner Musik wie von den Chorherren. Den Versuch, das Rad der Geschichte zurückzudrehen, geben Sindolf und seine zwei Begleiter schnell auf. „Ich kann Euch die Vergangenheit zeigen, aber ändern kann ich sie nicht“, sagt die Stimme des Computers.
1535, die Reformation. Im Glaubensstreit taumeln die Jugendlichen, verfangen sich im Labyrinth der theologischen Auseinandersetzungen, die selbst einen gestandenen Alemannen wie Sindolf sprachlos machen. Der erste Reiz der bunten Bilder erschöpft sich, aber Frank Martin Widmaier legt den Schalter um.
„Schneller Vorwärtslauf“, das Trio auf dem Balkon lässt die nächsten Episoden wie die Geschichte des verschwenderischen Bürgermeisters Gußmann, die Französische Revolution oder die Geburtsstunde der Demokratie 1848 in Deutschland an sich vorbeiziehen. Opulente Bilder, technische Feinheiten, aber eben ein Schnelldurchlauf. Das Technik-Team steuert Delikatessen bei: Celine, Kilian und Sindolf steigen in einen roten Mercedes-Klassiker, fahren über die Fassade, die tatsächlich zur Theaterbühne wird.
„Sindolfs Traum“ klammert Katastrophen nicht aus. Totenstill wird es trotz wahrscheinlich gut zehntausend Menschen auf dem Marktplatz, wenn Hakenkreuze auf der Fassade aufleuchten, Panzer fahren, Hitler und Goebbels auftauchen, Bomben fallen und Horst Zecha die Namen der Sindelfinger Opfer in der Nazi-Zeit verliest. Sindolf verzweifelt, Frank Martin Widmaier wechselt die Dramaturgie. „Mein Sindelfingen wird wachsen, mein Sindelfingen wird blühen“, die Aussöhnung mit Frankreich, das Wirtschaftswunder in Deutschland, Arbeitsplätze bei Daimler, Einwanderung. Sindolf wird hellhörig bei Gastarbeitern aus Italien, denkt an sein Römer-Trauma aus der Alemannenzeit, lässt sich trotzdem auf andere Kulturen ein und will gar nicht mehr zurück ins Jahr 263.
Für die Abschiedsszene auf dem Balkon greift der Regisseur tief in die Kitsch-Trickkiste: Der Alemannen-Stadtgründer zerfließt vor den Jugendlichen, die ihren Sindolf gern in die Jetzt-Zeit mitnehmen möchten. Tränen gibt es nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Publikum. Das gigantische Schlussbild mit geöffneten Fenstern löst die Spannung. Wenn der junge Schüler Özgür Celik im Film sagt „Sindelfingen isch meine Heimat“, ist alles wieder gut.

Und hier geht es zum Video von "Sindolfs Traum".

QUELLE: http://www.szbz.de/nachrichten/news-detail/837510.html